Wie funktioniert die MRT?

MRT steht für Magnetresonanztomografie,auch als Kernspintomografie bezeichnet. Wie ihr Name schon vermuten lässt, funktioniert sie mithilfe der Nutzung der Eigenschaften von Magnetfeldern und der allgemeinen Reaktion von Molekülen bzw. im Speziellen von Wasserstoffatomen des menschlichen Körpers auf diese Magnetfelder.

Die MRT arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen, daher ist die untersuchte Person während der MRT-Untersuchung keiner Strahlenbelastung ausgesetzt.

Bilder aus vielen kleinen Kreiseln

Der Mensch besteht zum Großteil aus Wasser bzw. Wasserstoffatomen. In der MRT wird die Reaktion von Wasserstoffatomen auf die im Gerät erzeugten Magnetfelder gemessen und daraus ein Bild berechnet. Am Besten lässt sich dieser Vorgang anhand eines Modells erklären: dem Modell des Kernspins.

Der Kernspin ergibt sich dabei aus der Vorstellung, dass sich jeder Wasserstoffkern im menschlichen Körper wie ein kleiner Kreisel um seine eigene Achse dreht und dadurch selbst ein Magnetfeld entwickelt. Da die magnetische Ausrichtung der Wasserstoffkerne unter natürlichen Umständen zufällig ist, heben die kleinen Magnetfelder sich in ihrer Gesamtheit gegenseitig auf und entfalten keine sinnvoll messbare Wirkung nach außen.

Großer Magnet und kleine Spulen

Legt sich der Mensch nun der Länge nach in einen sehr starken, jedoch für den Körper ungefährlichen Magneten, dann richten sich die Wasserstoffkerne in seinem Körper parallel aus.

Das durch die Gesamtheit der Wasserstoffkerne entstehende Magnetfeld ist nun messbar und kann als Nullpunkt tariert werden. Jetzt erzeugt das MRT-Gerät viele kleine quer zur Längsachse verlaufende Magnetfelder, welche die parallelen Wasserstoffkerne gezielt ablenken. Nach dem Querimpuls kehren die Wasserstoffkerne wieder in die Längsachse zurück und geben dabei je nach Gewebe unterschiedlich die Energie ab, die sie durch den Querimpuls erhalten haben. Diese Energie wird gemessen, in Grauwerte umgewandelt und zu Bildern zusammengesetzt.

Mithilfe von verschiedenen Messspulen, die an den Körper (z. B. an die Schulter, den Bauch oder das Knie) angelegt werden, ist es möglich die in ihrer Zusammensetzung sehr unterschiedlichen Körperabschnitte des Menschen hochauflösend abzubilden.

 

Wann ist die MRT sinnvoll?

Allgemeine Information

Durch mehrere Jahrzehnte an Erfahrung, über eine Milliarde Untersuchungen weltweit und viele tausende Studien sind viele sinnvolle - das bedeutet diagnostisch weiterführende - Einsatzgebiete der MRT bekannt. Die MRT ist heutzutage zur Stellung der richtigen Diagnose und damit zum Einleiten der richtigen Therapie oft unverzichtbar.

Grundsätzlich kann die Radiologin oder der Radiologe mithilfe der MRT die Erkrankungen erkennen, die zu einer Veränderung des Gewebes führen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Gewebeveränderung bei einem Unfall, z. B. einer Sportverletzung, oder durch eine Erkrankung der Körperzellen, z. B. Entzündungen oder Tumore, hervorgerufen wird.

Die MRT eignet sich in erster Linie zur Darstellung von Binde-, Fett-, Muskel- und Nervengewebe. Somit ist das MRT ideal geeignet, um z. B. das Gehirn, die Organe und sämtliche Gelenke des menschlichen Körpers zu untersuchen.

Von der Frage, ob Rückenschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall oder durch eine Entzündung verursacht werden - und somit jeweils auf unterschiedliche Weise behandelt werden müssen - bis hin zur Feststellung komplexer Syndrome kann die MRT schnell und unkompliziert die Lösung aufdecken.

Spezielle Information

Aufgrund guter Durchblutung, eines hohen Wassergehalts oder einer starken Kontrastierung der beteiligten Gewebearten kann die MRT zur statischen und dynamischen (bewegten) Darstellung flüssigkeitsgefüllter Hohlräume wie Herz, Blutgefäße, Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge besonders sinnvoll eingesetzt werden.

Ergänzende Kontrastmittelgabe

Die Gabe von Kontrastmittel macht insbesondere Sinn, wenn die Radiologin oder der Radiologe eine bessere Unterscheidung von Gewebearten wünscht. Bei bestimmten Fragestellungen und in manchen Körperregionen ist der Einsatz der MRT überhaupt nur sinnvoll, wenn ergänzend Kontrastmittel gegeben wird.

Der Einsatz von Kontrastmittel und neuer Softwareverfahren in der MRT macht es möglich neben der einfachen bildlichen Darstellung von krankhaften Veränderungen auch krankhafte dynamische Prozesse und somit z. B. Fehlfunktionen von Organen sinnvoll abzubilden.